BAG - Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros  




  Stellungnahmen 2005


Pressemitteilung, November 2005

Schlechte Zeiten für Frauenpolitik?

... fragt Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt/Main und Sprecherin des Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros.

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sind wichtige Anlaufstellen für Frauen, entwickeln und unterstützen die frauenpolitische Infrastruktur und unterstützen frauen- und geschlechterpolitische Themen. Trotz fachlicher Akzeptanz, erfolgreicher Arbeit und nicht erreichter Gleichstellung werden ihre Rahmenbedingungen verschlechtert. In Brandenburg ist schon umgesetzt, was in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu befürchten ist: Die Änderung der Gemeindeordnung im Jahr 2003 hat zur Folge, dass etliche Gleichstellungsstellen mit weniger Stunden arbeiten, zusätzliche Aufgaben und Zuständigkeiten – etwa für Senioren, Behinderte oder Migranten – bekommen haben oder geschlossen wurden. In Hessen läuft das Gleichberechtigungsgesetz, eines der fortschrittlichsten im Lande, Ende 2006 aus.

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Pressemitteilung, 29.8. 2005

Zur ersten Sitzung des neuen Sprecherinnengremiums der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands nach der Schweriner Bundeskonferenz beschäftigten sich die Sprecherinnen (Namen siehe linke Leiste dieses Schreibens) vom 24. bis 25. August 2005 in Berlin unter anderem und im Besonderen mit den Auswirkungen, welche mögliche Regierungsbildungen nach dem 18. September 2005 auf die aktuelle Frauen- und Gleichstellungspolitik haben werden und könnten. Die Gedanken, Wünsche und Befürchtungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Frauen in Deutschland – endlich ´mal Klartext ?

Nach der Bekanntgabe des Kompetenz-Teams der Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel und den erwartbaren Bemühungen aller Betroffenen und Interessierten um Sondierung der entsprechenden ressortpolitischen Positionen ergibt sich aus Sicht der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten ein verwirrender Befund hinsichtlich der Ausrichtung einer möglichen künftigen Frauenpolitik. Das Frauenministerium, durch Ursula von der Leyen personell markiert, sieht sich weiterhin dem Auftrag verpflichtet, frauengerechte Infrastrukturangebote zu erhalten und zu fördern, wenngleich stärker als bisher unter dem Primat der so genannten „Familiengerechtigkeit“, wodurch Frauen im Hinblick auf öffentliche Unterstützungsangebote mehr als bisher an ihrer Reproduktionsneigung gemessen werden. Zur Erinnerung: schon im Nachgang zur NRW-Wahl hieß es hierzu kurz und prägnant : „Erst die Kinder, dann die Frauen...“

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Pressemitteilung, 7.6. 2005

Landtag Schleswig-Holstein gefährdet frauenpolitische Strukturen

Kommunale Frauenbüros im Visier

Schwerin • Das erste gemeinsame Gesetzesvorhaben der SPD- und CDU-Fraktion im neu gewählten Landtag von Schleswig-Holstein wird - wie jetzt bekannt geworden - die Arbeit der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Bundesland stark beeinträchtigen. Geplant ist, die EinwohnerInnengrenze, ab der für die Kommunen die Pflicht zur Bestellung einer hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten besteht, von 10.000 auf 15.000 zu erhöhen. Nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunaler Frauenbüros (BAG) bedeutet die Gesetzesänderung eine Gefährdung von nahezu der Hälfte aller hauptamtlichen Gleichstellungsstellen in Schleswig-Holstein.

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Pressemitteilung, 7.6.2005

 17. Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten

Neue Bundessprecherinnen gewählt

Schwerin • Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands haben zum Abschluss ihrer 17. Bundeskonferenz vom 5. bis 7. Juni in Schwerin vier Frauen neu in ihren Bundesvorstand gewählt: Antje Buck (Mühlheim), Gerda Kaßner (Essen), Gabriele Wenner (Frankfurt/Main) und Elisabeth Wilfart (Lüdenscheid) präsentieren nun als Bundessprecherinnen die Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BAG). Sybille Stegemann, Bundessprecherin aus Stendal, wurde nach Ablauf ihrer dreijährigen Amtszeit erneut berufen. Im Gremium verbleiben auch Irene Claas (Wülfrath), Andrea Spee-Keller (Bautzen), Christel Steylaers (Remscheid) und Maren Wichmann (Plön).

 Bundessprecherinnen Kontakt ...

Pressemitteilung, 7.6.2005 

Bundeskonferenz der BAG erarbeitet frauenpolitische Leitlinien

„Schweriner Leitsätze“ Impulse für gerechte Politik

 

Schwerin • Auf der 17. Bundeskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BAG) wurden in intensiver Beratungsarbeit wichtige politische Leitlinien formuliert. Als „Schweriner Leitsätze“ zeigen sie Wege zu Reformen im Sinne der Gleichberechtigung von Männern und Frauen auf. Zahlreiche Anträge einzelner Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte für eine gerechtere Politik nahm die BAG an, um sie als Handlungsempfehlung und Wahlplattform an die Regierung weiterzuleiten.

Dazu gehören die Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und im Sozialsystem, die Sicherung der Chancen für Mädchen und Frauen im gesamten Bildungssystem, die Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung für beide Geschlechter sowie die Beachtung geschlechterspezifischer Unterschiede in der Lebenswelt (Gender Mainstreaming) im Vorfeld jeder Gesetzgebung. Reformvorschläge wurden sowohl für die Kranken- als auch für die Rentenversicherung erarbeitet.
Änderungen forderten die Frauen unter anderem für die Gesetzgebung zur Elternzeit.
Auch die Benachteiligung von Frauen im deutschen Sozialsystem prangerten die Teilnehmerinnen erneut an. „Viele Frauen werden durch die Gesetzgebung zur Arbeitslosen- und Sozialhilfe in die Abhängigkeit von ihrem Partner gezwungen, da ihnen wegen dessen Einkommen keine eigenen Leistungen mehr zustehen“, erklärte Christel Steylaers, Bundessprecherin der BAG aus Remscheid.

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Pressemitteilung,  6.6.2005

17. Bundeskonferenz versammelt deutsche Frauenbeauftragte in Schwerin

Benachteiligung in allen Lebensbereichen entgegenwirken

Schwerin • Über 300 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus der ganzen Bundesrepublik tagen vom 5. bis zum 7. Juni in der mecklenburgischen Landeshauptstadt Schwerin.

Besonderes Augenmerk gilt dabei der Situation für Frauen auf dem Arbeitsmarkt und innerhalb des deutschen Sozialsystems. „Die Lebenswirklichkeit von Frauen ist noch immer deutlich anders als die der Männer“, so Maren Wichmann, Bundessprecherin der BAG, „Trotz vieler Erklärungen ist in Deutschland noch viel zu wenig passiert.“

Namhafte Politikerinnen und Wissenschaftlerinnen konnten für die Veranstaltungen gewonnen werden. Höhepunkte sind der Vortrag der parlamentarischen Staatssekretärin im Familienministerium des Bundes, Christel Riemann-Hanewinckel, zum Entwurf des Antidiskriminierungsgesetzes und die Rede von Dr. Hanna Beate Schöpp-Schilling, UN-Frauenrechtskommission, zur Gleichberechtigung im internationalen Menschenrechtsabkommen.

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Pressemitteilung,  5.6.2005

Frauenbeauftragte auf Festveranstaltung begrüßt

Um Gleichberechtigung kämpfen

Schwerin • Die 17. Bundeskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BAG) vom 5. bis zum 7. Juni in Schwerin ist eröffnet: Am Sonntag wurden über 300 Teilnehmerinnen auf einer Festveranstaltung zu 20 Jahren BAG im Konzertfoyer des Staatstheaters begrüßt.
Oberbürgermeister Norbert Claussen würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und wies auf gelungene Projekte 

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Pressemitteilung, April 2005

Verheerende Signale für Frauenpolitik aus dem hohen Norden

Wochenlang prägte das rot-grün-dänische Frauentrio die Bundesrepublik. Das waren hoffnungsvolle Signale. Die drei Spitzenkandidatinnen arbeiteten als Sprecherinnen ihrer Parteien engagiert, kompetent und mutig ein anspruchsvolles Programm für ein Modell einer Koalition aus.

Dagegen zeigt sich jetzt ein vollkommen anderes Bild: Nach überraschend zügigen Verhandlungen zwischen den beiden großen Parteien CDU und SPD wurde in vergangener Woche der neue Ministerpräsident in Schleswig-Holstein gewählt. Jener Peter Harry Carstensen, der in der schon in der Wahlnacht verkündete, bei der Zukunft Schleswig-Holsteins ginge es um die Arbeitsplätze "unserer Männer und Söhne" Schleswig-Holsteins. Das sollte schon den Weg weisen.

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Pressemitteilung, Mai 2005

Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen zum Muttertag 2005:

Mütter sind erwerbsfähig

Zwischen Bundesarbeitsminister Clement und den Kommunen wird heftig darüber gestritten, welche Personengruppen zum Kreis der sogenannten „Erwerbsfähigen“ gehören. Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) befürchtet, dass im Zuge dieser Auseinandersetzung Mütter mit kleinen Kindern aussortiert werden könnten.

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Pressemitteilung, 21. Mai 2005                          
 

17. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Schwerin im Juni 2005

 „Mehr Stolz, Ihr Frauen!

Frauenrechte erstreiten - lokal und global „

Vom 5. bis 7. Juni 2005  erwartet die Landeshauptstadt Schwerin ca. 400 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus Städten und Gemeinden der Bundesrepublik. Die Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Schwerin bildet ein wichtiges Forum für frauenpolitische Positionierung und Vernetzung.

20 Jahre bundesweites Netzwerk der Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten in den Kommunen der Bundesrepublik sind Anlass für Bilanz und Entwicklung von aktuellen und zukunftsweisenden Positionen und Visionen einer modernen geschlechtergerechten Republik.
Insbesondere der Arbeitsmarkt  und das Sozialsystem müssen die unterschiedliche Lebensrealität von Frauen und Männern gleichberechtigt berücksichtigen. Eine neue Antidiskriminierungskultur muss dazu ermutigen, sich gegen bestehende Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen.
Internationale und globale Herausforderungen bestimmen unsere Tätigkeit lokal, bieten neben Gefahren auch Chancen und erfordern neue Antworten der frauenpolitisch Aktiven.

Die Sprecherinnen der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen laden (BAG) laden kommunale Gleichstellungsbeauftragte und frauenpolitisch Interessierte herzlich ein, an der 17. Bundeskonferenz in Schwerin teilzunehmen und für Frauenrechte zu streiten.

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Kommunale Frauenbeauftragte veruteilen brutales Vorgehen der türkischen Polizei

Die Sprecherinnen der BAG kommunaler Frauenbüros zeigen sich erschüttert über das Vorgehen der türkischen Polizei gegen die Teilnehmerinnen der Demonstration aus Anlass des internationalen Frauentages. Sie schließen sich inhaltlich dem abgedruckten Schreiben des Flensburger Frauenforums an.

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Presseinformation des Deutschen Frauenrates

Berlin 7. März 2005

Beschlüsse der 4. Weltfrauenkonferenz - Bündnis ruft auf zur kritischen Bilanz: Aktionsplattform auf dem Prüfstein

 Zum Internationalen Frauentag 2005 ruft ein Bündnis aus Frauenverbänden und politischen Stiftungen dazu auf, zehn Jahre nach der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking auch in Deutschland die Gleichstellung der Geschlechter verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

„Der Prüfstein für Fort- und Rückschritte ist die Pekinger Aktionsplattform“, heißt es in dem Aufruf. Sie markiere einen Höhepunkt der internationalen Frauenbewegungen, denn sie beschreibe umfassend die Benachteiligung von Frauen, setze klare Ziele und gebe Regierungen sowie Institutionen konkrete Handlungsleitlinien in allen relevanten Bereichen. Gleichwohl gebe es einen alarmierenden Trend, die unveräußerlichen und unteilbaren Menschenrechte der Frau erneut und weltweit in Frage zu stellen. Außerdem seien inzwischen neue Hindernisse aufgetreten wie „vor allem der wachsende Militarismus, sodann religiös, ethnisch und nationalistisch begründete Fundamentalismen und die häufig negativen Auswirkungen der Marktliberalisierung auf Frauen“, heißt es dort weiter.

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Zur Geschichte des Internationalen Frauentages

Frauensicht aus zwei Perspektiven - was wissen wir eigentlich von der Geschichte des Frauentages?

Eine Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte bekommt Antworten in der Bandbreite von „da ehrt man (Mann) einmal im Jahr die Frauen und bringt ihnen Blumen“, „das ist doch der Tag, an welchem die Männer in den Betrieben die Frauen immer in Schürzchen beim Kaffeetrinken bedienten“ bis zu „vor 90 Jahren kämpften Frauen am Internationalen Frauentag für das Wahlrecht, das sie dann endlich 1918 erhielten“ oder „die Idee, alljährlich einen besonderen Tag der Frauen zu begehen, stammt von den amerikanischen Sozialistinnen aus den USA“........

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Pressemitteilung, Januar 2005

Zur öffentlich geförderten Beschäftigung (1 Euro Jobs):

Qualifizierte Frauenarbeit muss qualifiziert entlohnt werden

Eine Entwertung von bisher überwiegend von Frauen besetzten Arbeitsplätzen durch die starke Ausweitung der sogenannten Ein-Euro Jobs befürchtet die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen. Ein erster kommunaler Erfahrungsaustausch bestätigt, was die Frauenbeauftragten bisher vermutet haben: Entgegen öffentlicher Erklärungen gehen zahlreiche Kommunen auf die Suche nach „zusätzlichen“ Tätigkeitsfeldern für Langzeitarbeitslose und werden fündig in Kindertageseinrichtungen, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen. Besonders befremdlich ist die Praxis, wonach Langzeitarbeitslose von großen Beschäftigungsgesellschaften eingestellt und an kleinere soziale Einrichtungen verliehen werden.

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